Verstopfte Straßen, verschmutzte Luft und gefrustete Verkehrsteilnehmer – damit die Stadt der Zukunft nicht im Verkehrschaos versinkt, braucht es innovative Lösungen, die das eigene Auto ersetzen und den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzen. Mit diesem Anspruch haben im Jahr 2014 die drei Schulfreunde Bruno Ginnuth, Jan Hofmann und Slava Tschurilin CleverShuttle in Berlin gegründet.

Die Idee

Jan war als Berater bei der Bahn tätig und musste damals sonntags und donnerstags vom Berliner Bahnhof nach Hause. Weil er abends erst spät ankam, hat er sich oft ein Taxi genommen. Er war nicht der Einzige und ihm ist aufgefallen, dass die Leute, mit denen er zuvor im Zug gesessen hatte, in einem anderen Taxi, oft in die gleiche Richtung gefahren sind. Da kam die Idee auf, dass diese Menschen doch zusammen günstiger fahren könnten.

Er erzählt seinen Freunden Bruno und Slava von seinen Beobachtungen und gemeinsam machten sie sich Gedanken, wie dieses Problem gelöst werden könnte. Die Idee: Ein emissionsfreies Shuttle, das bei Bedarf per App gerufen werden kann und das mithilfe eines intelligenten Pooling-Algorithmus Menschen mit ähnlichem Ziel in einem Fahrzeug bündelt. Fahrgäste teilen sich so nicht nur die Fahrt, sondern auch den Fahrpreis. Mit CleverShuttle wollen Bruno, Jan und Slava den Verkehr in Städten effizienter und nachhaltiger gestalten. Dabei ermöglicht die Bündelung der Fahrtwünsche einen bis zu 50 % günstigeren Fahrpreis als das herkömmliche Taxi.

Im Vordergrund stand für die drei Gründer bei der Ausarbeitung des Firmenkonzepts auch die Nachhaltigkeit und Angemessenheit gegenüber ihren Kunden. So bezahlen Kunden nur den tatsächlich benötigten Platz und nicht das gesamte Fahrzeug. Zur Nachhaltigkeit gehört gerade in der Mobilitätsbranche aber auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Die deutschlandweit rund 1.200 Fahrer sind sozialversichert, fest angestellt, bekommen Überstunden und Urlaubstage bezahlt und arbeiten in flexiblen Arbeitszeitmodellen von Minijob bis Vollzeit.

Geteilte Fahrt – Die neue Art des Kennenlernens?

Entscheidend bei einem solchen Projekt sind natürlich die Kunden – wird das Angebot angenommen und wie bewerten es die Fahrgäste?

Das Konzept von CleverShuttle ging auf. Seit 2015 sind die grün-weißen Shuttles auf den Straßen deutscher Städte unterwegs. Fahrgäste buchen ihr Shuttle und werden von den Fahrern abgeholt. Über 60 % der Fahrten werden bereits geteilt. Im Monat nutzen rund 300.000 Fahrgäste den Fahrservice von CleverShuttle. Einer dieser Fahrgäste war Matthias, der nach einem langen Tag entspannt nach Hause fahren wollte. Kaum saß er in seinem Shuttle, sagte der Fahrer: „Matthias, wir sammeln gleich noch jemanden ein“. Keine 10 Minuten später saß Verena mit im Shuttle. Während der 20-minütigen Fahrt kamen die beiden ins Gespräch und stellten fest, dass sie dieselbe Lieblingsbar haben. Seither trinken sie dort gerne gemeinsam ein Bier nach einem langen Tag.

Die Zukunft der Mobilität

Heute ist der Service von CleverShuttle nicht mehr von den Straßen wegzudenken. Das RidePooling- Unternehmen agiert in fünf deutschen Städten und wurde zum Trendsetter in der Mobilitätsbranche. Seit 2018 ist die Deutsche Bahn Mehrheitseigner von CleverShuttle und setzt so für die letzte Meile auf einen umweltfreundlichen RidePooling-Anbieter. Nachdem CleverShuttle im Dezember 2018 den einmillionsten Fahrgast transportiert hatte, knackte das Berliner Start-up nur sechs Monate später bereits die Zwei-Millionen-Marke.

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